Eigentlich komme ich aus einer typisch klassischen Musikschulausbildung mit Einzelunterricht und Orchester. Als Kind war ich zunächst sehr geprägt von dem reichhaltigen Spektrum an Instrumenten meiner Eltern und Brüder. Mein Vater spielte im kirchlichen Rahmen z.B. Orgel, Fagott, Posaune und Klavier. Meine Mutter spielte alle Blockflötenarten, Querflöte und verschiedene Blechblasinstrumente. Die Brüder - 3 an der Zahl - waren mit Cello, Posaune, Trompete, Bariton, Gitarre ganz gut dabei. Ich bin sozusagen mit einem umfangreichen Repertoire an Hausmusik groß geworden.

Begonnen habe ich - auch typisch für die klassische musikalische Laufbahn - mit 5 Jahren bei meiner Mutter Blockflötenunterricht zu nehmen. Ein paar Grundlagen waren somit gelegt, aber als ich dann mit ca. 8 Jahren einen lustig anzuschauenden, sehr temperamentvollen „Glatzkopfgeiger“ im Fernsehen sah, war es um mich geschehen! Augenblicklich verliebte ich mich total in die Geige und ich schaffte es ziemlich leicht, meine Eltern davon zu überzeugen, Unterricht zu nehmen. Durch einen Kreissägenunfall mit 5 Jahren an meiner rechten Hand blieb jedoch ein Handicap zurück und somit die Frage, ob ich jemals die Chance, Unterricht zu nehmen, auch wahrnehmen könnte. Gott sei dank war der Geigenlehrer für mich offen und er gab mir die Möglichkeit mich auszuprobieren! Mit Erfolg, wie man heute hören kann J!

Bis zum Jahr 1996, also ca. 18 Jahre lang, beschäftigte ich mich ausschließlich auf die „klassische Art und Weise“ mit meinem Instrument. Ich war auf Noten angewiesen und traute mir keinesfalls, Improvisationen freien Lauf zu lassen. Die erste Lobpreisband gab mir die Möglichkeit, mich langsam mit dem Stil der Unterhaltungsmusik auseinanderzusetzen.

Mit dem Jahr 2000 sollte es einen größeren musikalischen Einschnitt in meinem Leben geben. Detlef kam als Gitarrist in die damalige Band und nahm ab sofort intensiven Einfluss auf meine Musikalität! Damit musste und wollte ich mich auf neue musikalische Wege begeben. Rockmusik spielte bis dahin keine wesentliche Rolle in meinem Leben, das sollte sich nun ändern!

Mit der Gründung von „oTh“ im Jahr 2004 wurde definitiv ein neues Kapitel aufgeschlagen. Von nun an galt es, die Rockgeigerin in mir zu erwecken. Durch Detlefs inspirierende und herausfordernde Art und Weise Musik zu machen erweiterte sich mein Musikstil und so trage ich heute deutlich zur Wirkung der Band bei.

Was gehört zu einer richtigen Rockgeigerin? Na, klar: eine E-Geige J! Seit 2007 spiele ich eine lila Fidelius F- Trad!

Warum tue ich das, was ich tue?

Ich glaube, dass Gott Musik gebraucht, um Menschen sein Vaterherz zu zeigen und gebrochene Herzen zu heilen. Die Geige ist dabei ein wirklich besonderes Instrument. Immer wieder kommen die Menschen nach einem Konzert auf mich zu und berichten davon, wie tief berührt sie von den Klängen meines Geigenspiels waren. Ich weiß für mich: Gott selbst ist darin und bahnt sich einen Weg zum Herzen der Zuhörer!